Appell: Keine zwei Minuten Wiener Walzer oder Senioren-Turniere mit Pause

Gesundheit im Tanzsport; Grafik: Exner

im Tanzsport; Grafik: Exner

Im aktuellen Nordtanzsport 6/11 findet sich ein dramatischer Appell, die -Zeit von 2 Minuten „mit Rücksicht auf die Gesundheit der Paare die Regelung zumindest für die III und IV aufzuheben.“ Gerade bei kleinen Turnieren ohne Pause zwischen Vor- und Endrunde führe dies zu Problemen bei der Gesundheit älterer Paare. Nun dieser verzweifelte Hilferuf der älteren Paare von der Tanzsport-Basis!

Mindestens in einem weiteren Fall der jüngeren Vergangenheit: Das Schweigen zu einem Notarzt-Einsatz in einer höheren Senioren Klasse; … und auch ich habe auf diesem Blog und an anderer Stelle bisher dazu geschwiegen … Doch es ist offenbar doch nicht der absolute Einzelfall! Und dabei könnte die Lösung einfach sein: Neben der Reduzierung der Wiener-Walzer Zeit könnte z. B. noch eine Verschachtelung der Turniere die angemessene und kurzfristig umzusetzende Lösung für die Senioren III, IV, Goldene 55 und Leistungsstarke 66 sein und im besten Fall ein Leben retten.

Der Appell im Nordtanzsport

„Der Turniertag fand ein jähes Ende mit den Senioren IV A. Von den vier gemeldeten Paaren meldete sich ein Paar ab, weil der Herr gesundheitliche Probleme hatte. Als die Endrunde mit den verbliebenen drei Paaren beginnen sollte, kollabierte der Herr eines anderen Paares, so dass der Notarzt gerufen werden musste. (…) Turnierleiter K.P. brach die Veranstaltung ab; das Turnier der Senioren IV S fiel aus.

Hat man eigentlich bei der Neuregelung, den Wiener Walzer für alle Altersgruppen anderthalb bis zwei Minuten spielen zu lassen, auch bedacht, dass es immer mehr Turniere mit immer weniger Paaren gibt? Das heißt, es gibt in der Vorrunde keine Pause mehr zwischen den Tänzen. In der Endrunde werden zumindest die Wertungen zwischendurch abgerufen. Wir plädieren dafür, mit Rücksicht auf die Gesundheit der Paare die Regelung zumindest für die Seniorengruppen III und IV aufzuheben. (…)“

Karin Crull (Quelle: 6-11 nordtanzsport S.3 ; Kürzungen -se-)

Dieses und das von mir erlebte Beispiel: Mußte es so weit kommen?

Zwei Minuten Wiener Walzer

Mit ca. 60 Takten pro Minute und durch die Drehungen ist der Wiener Walzer eine besondere Beanspruchung des Körpers. Als die Zeit des Wiener Walzers von 1 1/2 Minuten u. a. wegen internationaler Vorgaben auf 2 Minuten erhöht wurde, wurden schon anfänglich vielfach befürchteten und geäußerten Problemen bzw. der älteren Senioren-Paare diskutiert. Nun muss für die Gesundheit in den Senioren III und Senioren IV-Klasse die Frage erlaubt sein:

Sonderreglung auf nationaler Ebene ja oder nein?

Es ist zu bedenken, dass der Körper ja neben der Turnier-Anspannung nach dem Wiener-Walzer zum Slow-Fox zu entspannen und dann mit dem Quickstep wieder auf volle Leistung gebracht werden muss. Dass ist in einer höheren Altersstufe nicht mehr so leicht zu verkraften bzw. schlägt auf die Gesundheit.

Turniere ohne Pause

Der aktuelle Appell zeigt noch eine weitere Problematik auf: Bei Kleinturnieren werden zwischen Vor- und Endrunde manchmal keine Pausen gemacht. Da die höheren Seniorenklassen zuweilen sehr gut besucht sind, hoffentlich nicht allzu oft das Problem. Dennoch geht es hier um die Gesundheit.

Diese Pause könnte jedoch eingeführt werden, ohne die Zeit des Wiener Walzers zu verkürzen. So könnte mehr Regenerations-Zeit geschaffen werden:

Mein Vorschlag wäre, umgehend die Praxis der Verschachtelung und ggf. sogar eine Neuregelung der TSO zu schaffen und bei Senioren III, IV, Goldene 55 und Leistungsstarke 66 immer eine Verschachtelung mit anderen Turnieren zu erlauben. Die Verschachtelung sollte ggf. auch mit Abweichung von der gemeldeten Startzeiterlaubt sein.

Begründung

Zweck der Initiative ist es der Turnierleitung die Erhöhung der Regenerations-Zeit zu ermöglichen.

  1. Die Regelung ist eine Erlaubnis, die der Turnierleitung z. B. auch mit Rücksprache mit den gemeldeten Paaren die Zeitplanung ermöglichen kann. (Betroffene könnte ggf. ihrerseits die Turnierleitung um Berücksichtigung bitten.)
  2. Das Problem „fehlende Pause“ tritt bei kleineren Turnieren auf, die meist mit mehreren anderen kleinen Turnieren zusammen veranstaltet werden. In der Praxis sollte also auch ein weiteres Turnier vorhanden sein, mit dem eine Verschachtelung möglich ist.

Siegfried Exner

 

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