Deutsche Meister Senioren S Latein: Andreas Hoffmann & Isabel Krüger

Interview und der Deutschen Meister auf Turniere-tanzen.de (Teil I) – Kurz vor der GOC in Stuttgart sind alle Paare in der Vorbereitung. Andreas Hoffmann & Isabel Krüger – die amtierenden Deutschen Meister (DM) S 2010 – haben sich trotzdem die Zeit für ein Interview genommen. Dafür herzlichen Dank und nochmals auf diesem Blog der Glückwunsch zur DM 2010. Doch zunächst mal ein Video von Andreas und Isabel – fast 10 Minuten (!) bei der Endrunde der 2010 als kleines “Warm up”:

Video: Andreas & Isabel – Finale dC 2010 Sen. Latein

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Video von: Mrsschicki | 3. Juli 2010
Finale des IDSF Sen Latein der danceComp, Germany – Wuppertal 2010

Tanzen seit dem  4. Lebensjahr

[Frage TT:] 1. Wie lange tanzt Ihr schon und wie seid ihr eigentlich zum Turniertanzen gekommen? Wie speziell zu der Senioren S Latein, die es noch gar nicht so lange gibt?

Isabel: Ich tanze seit meinem 4. Lebensjahr in irgendeiner Form. Begonnen habe ich mit Ballett, war dann einige Jahre in der Tanzschule, durch Freunde bin ich zum TSC Excelsior Köln gekommen und habe mit 19 mein erstes Turnier in der D-Klasse getanzt. Tja, und irgendwann war ich in der S-Klasse.

Andreas: Ich habe mit 5 Jahren in einem Tanzclub in Löbau begonnen. Zwischen 14 und 19 hatte ich dann eine Tanzpause und habe nach meinem Umzug in Düsseldorf dann wieder in der D-Klasse angefangen und habe mich dann ebenfalls durch die einzelnen Startklassen bis in die S-Klasse getanzt.

Beide: Wir sind eigentlich von unseren Trainern Dirk Heidemann und Petra Matschullat-Horn dazu “gezwungen” worden zu den Senioren zu wechseln, da wir das nötige Alter dafür erreicht hatten und die Erfolge in der Hauptgruppe doch so langsam ausblieben.

Deutsche Meister Senioren S Latein im

[Frage TT:] 2. Ihr habt am 15.05.2010 Deutschen Meisterschaft Senioren S Latein in Düsseldorf gewonnen, nachdem Ihr schon am 16.05.2009 Deutsche Meisterin Kamen geworden seid. Wie viel trainiert Ihr um diesen Stand zu halten?

Beide: In unserem ersten Senioren-Jahr 2009 waren wir “nur” Dritter, was sich aber im Nachhinein für uns als gut erwiesen hat. Dieses Jahr hatten wir eigentlich nicht damit gerechnet zu gewinnen, da Andreas seit Januar verletzt war, wir deshalb nur sehr wenig bis gar nicht trainieren konnten, diverse Turniere absagen mussten, u. a. die Landesmeisterschaft und einige Weltranglisten, die eigentlich geplant waren. Daher fehlte uns die optimale Vorbereitung für die Deutsche und wir haben bis zur WM noch einiges nachzuholen. Wir versuchen schon so viel wie möglich zu trainieren, so ca. 4-5 Mal die Woche jeweils um die 2-3 Stunden. Wir wollen ja nicht nur unseren Stand halten, sondern uns weiter verbessern. Leider macht uns aber auch hier und da schon mal der Job einen Strich durch die Rechnung.

Training und Trainings-Methode: Gemeinsamkeit

[Frage TT:] 3. Habt Ihr eine Empfehlung, bestimmte Methoden für das Latein-Training zu verwenden? Vllt auch Dinge, die besonders “Senioren” beim Latein beachten sollten?

Beide: Eine grundsätzliche Methode gibt es so gesehen nicht, das Training muss immer auf das Paar abgestimmt sein. Auf jeden Fall gehört aber ein gutes Warm-up, auch in einem heißen Sommer wie diesem, dazu. In jeder anderen Sportart wird sich vernünftig aufgewärmt. Wir sehen viele Paare, die sich ohne Aufzuwärmen ins Training stürzen, Standard wie auch Latein. Mit zunehmendem Alter steigt ja auch die Verletzungsgefahr und mit entsprechendem Aufwärmen kann man Verletzungen vorbeugen. Dies gilt aber für alle Altersgruppen. Auch Techniktraining ist für uns sehr wichtig. Dazu gehören nicht nur Walks, sondern auch Drehungen, Bewegungsabläufe usw. Auch Dehnen und Stretchen ist wichtig, genauso wie ein regelmäßiges Endrundentraining, damit sich auch die Routine in den Choreographien einstellt. Hier gilt für uns auch so lange tanzen wie die Musik spielt und nicht vorher aufhören, sonst ist der Trainingseffekt nicht gegeben. Und vor allem keine Diskussionen. Womit wir bei einem für uns enorm wichtigen Thema wären: Die Kommunikation beim Training.

Es gibt so viele Paare, die sich beim Training streiten und dann frustriert nach Hause fahren. Solche Situationen kennen wir eigentlich so gut wie gar nicht. Es geht doch darum gemeinsam besser zu werden und nicht gegeneinander zu arbeiten. Man ist ein Team und zieht an einem Strang. Daher ist es auch wichtig einen Trainingsplan zu haben, um sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und sich nicht über die unwichtigen Dinge zu streiten, weil dies vertane Zeit bedeutet.

Internationale Herausforderungen – IDSF

[Frage TT:] 4. Auch international habt Ihr hervorragende Plätze ertanzt: Am 31.05.2010 beim Blackpool Dance Festival 2010 den 2. Platz, am 02.05.2010 bei der Mallorca DanceSport Challenge (IDSF Senior I Open Latin einen 2. Platz) und am 08.11.2009 bei der IDSF Senior Latin Mons, Belgien den 1. Platz. Was würdet Ihr – auch den Paaren der Hauptgruppe – für das internationale Parkett empfehlen?

Beide: Das ist schwierig zu sagen. Zumal man Hauptgruppe und Senioren nicht unbedingt in einen Topf werfen kann. Bei der Hauptgruppe sehen wir leider in letzter Zeit immer häufiger den Trend “höher, schneller, weiter”. Da würde ich mir mehr “richtiges” Tanzen wünschen.

Wichtig für beide Klassen ist aber definitiv ein rhythmisches und authentisches Tanzen mit einer angenehmen, sympathischen Präsentation.

Was wir bei den Senioren so sehr schätzen ist der Umgang der Paare untereinander. Man schätzt und respektiert sich und geht fair miteinander um. Das hat uns in der Hauptgruppe zuletzt sehr gefehlt: Das gegenseitige Anfeuern und Unterstützen.

Das grundsätzliche Problem, was ich bei vielen deutschen Paaren international beobachtet habe, ist dass sie sich nicht teuer genug verkaufen. Das fängt mit der Kleidung und dem Styling an und hört bei der Präsentation der Tänze auf. Sie wissen oft nicht, was sie tun, so scheint es mir.

Fortsetzung folgt …

(…) Teil II des Interviews mit den Deutschen Meistern Andreas Hoffmann & Isabel Krüger folgt in Kürze.

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1 Kommentar zu „Deutsche Meister Senioren S Latein: Andreas Hoffmann & Isabel Krüger“

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