DTV-Verbandstag 2012: Hamburg – Der HATV Bericht

Eine sehr umfassende und sprachlich sachliche Information zum Ablauf des -Verbandstags in Berlin (23./24.06.) brachte der Hamburger Tanzsport (HATV) schon am 26.06.. Dabei kann man zugleich den Hinweis des HATV loben, der klarstellend festhält „Mit Namen versehene Artikel geben nicht die Meinung des HATV-Vorstandes wieder.“ So kann man auch Diskussion und andere Meinungen zulassen. Entsprechend sei auch hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dort die Meinung des Autors Ernst Fuge geschrieben steht. Diese ist zudem schön bebildert mit Fotos von Karl-Heinz Paasch, so dass der Bericht wirklich anschaulich wird. Hier der vollständige Text in den Zitat-Bereichen und eine eigene Kommentierung meinerseits.

HATV zum DTV VT 2012: Guter Bericht und Fotos.

HATV zum DTV VT 2012: Guter Bericht und Fotos.

DTV- 2012 – Viele

Diskussionen und ein enger Zeitplan

[26. Juni 2012] Dieser Verbandstag stand ganz im Zeichen der vom Hauptausschuss (HAS) beantragten Neufassung der Satzung. Die Beratungen dazu nahmen den größten Raum des Verbandstages ein. Sie begannen am späten Sonnabendnachmittag, wurden Sonntag um 9:00 fortgesetzt und zogen sich bis etwa 15 Uhr an diesem Sonntag-Nachmittag hin.

Zu Beginn des Verbandstages hatte Franz Allert jedoch zunächst die Ehrungen vorgenommen. Günter Kalkbrenner für 15-jährige Tätigkeit als Kassenprüfer und Heinz Pfitzinger für über 20 Jahre als Ermittler beim DTV-Sportgericht erhielten jeweils die Silberne Ehrennadel des DTV. Auf Vorschlag von Franz Allert wurde Holger Liebsch für sein Lebenswerk geehrte, indem ihm einstimmig die Ehrenmitgliedschaft im DTV verliehen wurde.

3129 von 5339 Stimmen waren anwesend, die Aussprache über die einzelnen Berichte ergab noch einige Ergänzungen, aber kaum Rückfragen, damit erfolgte die von Günter Kalkbrenner vorgeschlagene Entlastung des gesamten Präsidiums einstimmig.

Meine Anm.: Dies sind wohl die gültigen Stimmen-Zahlen, da auch einige Stimmen wegen Formfehlern entfallen sind.

Über die Zukunft des DTV referierten Gabriele Freytag, Direktorin der Führungsakademie des DOSB und der Unternehmensberater Dr. Rosenbaum. Sie erklärten, dass verschiedene Konzepte erarbeitet wurden, konkrete Ergebnisse der Arbeitskreise wurden nicht genannt. Im Interview erklärte Franz Allert, dass man sich einig sei, dass die Strukturen verschlankt werden müssen.

Meine Anm.: Es soll zu dem Punkt Ergebnisse zu Rückfragen gekommen sein. U. a. wären auch in der ca. 45min Einführung durch Dr. Rosenbaum im Interview, konkrete oder vorstellbare Maßnahmen für die Vereine nicht vorgestellt worden.

Dann kam die von allen mit Spannung erwartete Besprechung der Satzungsänderungen. Ich beschränke mich auf die wesentlichen Änderungen, aus denen auch viele redaktionelle Änderungen erforderlich wurden. Im Laufe der Diskussion wurde deutlich, dass viele Änderungen vorgenommen wurden, um die Position und die Stimmrechte der Fachverbände mit besonderer Aufgabenstellung zu stärken. Hervorzuheben ist, dass der bisherige Hauptausschuss (HAS) aufgeteilt wird in Verbandsrat und Länderrat. Beide Räte sollen zukünftig zweimal jährlich tagen. Auf Nachfrage erklärte Franz Allert, dass dieses so geplant wird, dass die Tagungstermine jeweils zusammenfallen. Erreicht werden soll damit, dass nicht alle Mitglieder des bisherigen HAS bei allen Tagesordnungspunkten anwesend sein mussten. Durch die Neuregelung wird das entzerrt. Dass der gemeinsame Tagungstermin festgeschrieben werden sollte, wurde vom Präsidium abgelehnt.

Meine Anm.: Dies ist der Bericht. Jeder kann sich allerdings fragen, seit wann denn die Termine oder Anwesenheiten in der Satzung geregelt wurden. War dies aber nicht der Fall, so hätte HAS zunächst praktisch und vorab die als notwendig erkannten Maßnahmen durchführen und erproben können. Hat er aber nicht und so sind Zweifel an der dargestellten Begründung erlaubt.

Eine Diskussion entbrannte über den Wegfall des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit. In diesem Punkt wurde die Satzungsänderung abgelehnt, da die Öffentlichkeitsarbeit als ein ganz wesentlicher Punkt betrachtet wird. Der Ausschuss bleibt bestehen.

Meine Anm.: Wenn der Ausschuss abgeschafft worden wäre, wäre mit Sicherheit weiter die DTV-Seite betrieben worden, der Presse- und Öffentlichkeitssprecher seinen Aufgaben nachgehen, der Tanzspiegel erschienen, etc. Soll man nun begrüßen, dass der Ausschuss als eine Art Kontrolle weiter existiert? Oder sollte man sich wundern, was dort eigentlich die Aufgabenstellung und die Ergebnisse sind?

Der § 13 behandelt in Absatz 2 die dem Verbandstag zugewiesenen Aufgaben. Zu den im Antrag vorgesehenen Aufgaben erfolgte als Ergänzung die Festlegung der Mitgliedsbeiträge.

Eine hitzige Diskussion entbrannte über das Thema der automatischen Stimmübertragungen. Hier wurde vom Präsidium argumentiert, dass auf diese Weise die Präsens beim Verbandstag erhöht und damit eine Stärkung der Vereine erreicht werden würde und die Stimmen der Fachverbände mehr Gewicht erhielten. Auch diese Änderung wurde vom Verbandstag abgelehnt. Schließlich ging es um den § 16 (alt) „Das Präsidium“. Die vom HAS beantragte Neufassung dieses Paragrafen wurde ebenfalls abgelehnt. Es bleibt bei der bisherigen Fassung.

Meine Anm. zu „Stimmrechtsübertragung„: Also wenn Stimmrechte automatisch übertragen werden sollten, dann würde dies doch nach der Lebenserfahrung zu einem Fernbleiben führen von Vereinen und Vereinvertretern führen. Diese müssten doch annehmen, dass alles geregelt ist und von den durch Wahlen bestimmten Personen in ihrem Interesse auch beim Verbandstag entschieden würde. Der Teil der Begründung ist schlicht abwegig.

Ob die Stärkung der Fachverbände hierher oder zu dem Thema der Schaffung des Verbands-/Länderrats gehörte, ist mir unklar. Egal wie, ist nach der Stichhaltigkeit der gegebenen Begründung zu fragen. Und diese Frage nach dem Grund und der Funktion der Änderung erscheint unbeantwortet geblieben zu sein.

Wie bereits oben erwähnt, haben sich daraus diverse Änderungen redaktionelle Art ergeben. Per Abstimmung wurde das Präsidium ermächtigt, Schreibfehler und falsche Verweise korrigieren zu dürfen. Schließlich wurde die so geänderte Neufassung der Satzung mit 2.476 Ja-Stimmen angenommen.

Da der Verbandstag laut Zeitplan um 15:00 Uhr beendet sein sollte, kam man nun in Zeitnot. Im Eiltempo wurde die Ordnung der Professional Division erläutert und angenommen. Die übrigen zur Änderung vorgeschlagenen Ordnungen wurden mit Ausnahme der Finanzordnung ohne Diskussion von der Mehrheit der Stimmenträger pauschal genehmigt.

Meine Anm.: Der bisherige Amateur-Verband verschafft sich eine eigene Profi-Division (PD) und dies wird „durchgewunken“. Der neue Chef der PD ist einer der wirklich bekannten Personen im Tanzgeschäft (u. a. durch seine wichtige Rolle bei Let’s Dance) und dies wird offenbar aus Zeitmangel nicht zur Präsentation des DTV aktiv genutzt. Weitere Änderungen werden zeit-blind beschlossen. Alle die die vorher lautstark zur Diskussion beim Verbandstag aufgefordert hatten, wurden so von der Praxis vorgeführt. Ohne eine entsprechende rechtzeitige Information und Diskussion hatte sich der DTV-VT einfach „zu viel vorgenommen“.

Die Diskussion um das brisante Thema der Änderung der Finanzordnung wurde von Franz Allert mit dem Vorschlag eingeleitet, die Beitragserhöhung für Erwachsene ab 2013 um € 0,10/p.M. und ab 2014 um weitere € 0,10 p/M. vorzunehmen. Bei den Jugendlichen erfolgt keine Änderung. Hieraus ergaben sich einige Wortmeldungen, so auch von Michael Eichert und Heidi Estler. Die Diskussion wurde aber sehr schnell durch den Antrag von Dr. Tim Rausche (TSH) auf Schluss der Debatte abgebrochen. Über die weiter vorgesehenen Änderungen auch hinsichtlich der Lizenzgebühren konnte es nicht mehr zu einer Debatte kommen. In der darauf folgenden Abstimmung entschied sich die Mehrheit der Stimmenträger für die Beitragsänderung mit dem Vorschlag von Franz Allert und allen anderen Punkten gemäß Antrag des HAS.

Meine Anm.: Diese Änderung trifft viel Vereine hart, die sehr viele „Freizeit-Tänzer haben und wenig von den „dezentralen Schulungsmaßnehmen“ profitieren. Es kam aber wohl noch zu den Äußerungen der Wortmeldungen, die zum Zeitpunkt des Geschäftsordnungs-Antrags eingegangen waren. Doch unter Zeitdruck eine derart wichtige Frage abzuhandeln, da hat man doch entweder den Saal nicht lang genug gebucht oder vorher „gebummelt“.

Der sonst sehr harmonisch verlaufene Verbandstag erhielt durch diese nunmehr vorgenommenen Eilentscheidungen einen etwas schlechten Beigeschmack. Die in der Tagesordnung noch vorgesehenen verschiedenen Wahlen konnten aus Zeitgründen gar nicht mehr vorgenommen werden. Bezüglich der Kassenprüfer entschied Herr Allert, dass die bisherigen Kassenprüfer zunächst weiter im Amt bleiben müssen. Die Verbandstagsleitung soll zu Beginn des nächsten Verbandstages neu gewählt werden. Für die beiden Gerichte gab es keine Lösung.

Autor: Ernst Fuge/Fotos Karl-Heinz Paasch – Eingestellt von: » Stefanie Nowatzky

Quelle: HATV-Homepage – Der Bericht vom DTV-Verbandstag 2012

Meine Anm.: Offenbar sind auch weitere Fragen offen geblieben, die nun zu einem Sonderverbandstag führen könnten. Das würde – wie im Deutschen Tänzerforum bereits diskutiert – nicht unerhebliche Kosten bei den Vereinen verursachen. Weiter bleiben große Fragen des Tanzsports unbeantwortet: Die Trennung vom DPV in 2011, die Ergebnisse der AG Marketing und die geplante „Positionierung als Marktführer“ im geänderten Umfeld des Tanzsports, die Beziehung des armen DTV zum reichen WDSF trotz personell guter Repräsentanz dort, die Unabhängigkeit der Wertungsrichter auch und gegenüber dem Bundessportwart, das Reizthema der Sperren beim Tanzen von nicht registrierten Veranstaltungen, usw., usf.

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