Regeln im Tanzsport-Training: Weniger ist mehr!

Tanzen als geordnetes Haus; Bild+Idee: Exner

Tanzen als geordnetes Haus; Bild+Idee: Exner

Die DanceDevils haben sich angeschickt, Grundregeln des Tanzsports in ein Erfolgskonzept für ein besseres und methodisches einzuführen (Devils Dance Concept). Tatsächlich ist die Trainingswissenschaft in anderen Sportarten rasant weiter entwickelt worden. Nur gut, wenn nun auch im ein wenig Neuerungen versucht werden. Als Kern- und Angelpunkt (Neuheit) würde ich die Beschränkung auf Grundregeln in diesem Konzept sehen.

Grundregeln statt Informationsflut

Im Tanzsport wird gerne Wissen vermittelt: Die Handhaltung, Armhaltung, etwas zum geraden Stand, ein bisschen Shape, Kopfgewicht und vielleicht ein bisschen Head-Spin für die Latein-Tänzer, Fußkraft und dann jede Menge Figuren und Folgen. Ist dies abgearbeitet, kommt die Musik, Paarharmonie, Führen und Folgen, Heben und Senken, Floorkraft, Ausstrahlung und dann noch Lieblingsthemen wie Balance (meine, Deine, unsere) und Energie (in allen ihren Erscheinungsformen, bis hin zur spirituellen Erleuchtung! Ja auch das!) … und vieles andere.

Das muss man angeblich alles wissen und können. Auch an viele Trainingskonzepte und einzelne Trainnigs-Einheiten wird die Anforderung gestellt, dies bitte alles und mehr oder minder alles auf einmal zu vermitteln. Und damit kann sich ein Kritiker bei dem oben genannten neuen Devils Dance Concept ein Argument zu nutze machen: Wie wollt Ihr das denn alles in einigen Grundregeln vermitteln?

Tja, klingt einleuchtend, ist es aber nicht!

Denn wie in so vielen Bereichen (Schule, Studium, Beruf, Beziehungen, etc.) kommt es nicht vorwiegend auf die Masse der Information an. Heute – im Zeitalter von überfüllten Bibliotheken, Internet mit Wikipedia und eBooks zu jedem erdenklichen Thema – ist etwas ganz anderes wichtig.

Die Organisation des Wissens und die Vermittlung der zielführenden praktischen Übungen ist entscheidend.

Grundregeln als Handlungsanleitung

Ein neues Trainingskonzept kann darauf bauen, dass Tänzerinnen und Tänzer in den Vereinen genügend Informationen erhalten:

  • aus der Tanzschule
  • von Trainern
  • aus Technikbüchern
  • aus LernCDs und DVDs die es mittlerweile in vielen Bereichen gibt, als Videos im Internet
  • von Freunden
  • von Vereinskollegen
  • vielleicht sogar inzwischen im Schulsport.

Viel wichtiger ist es, all diese Information zu verankern. Die Vielzahl von Einzelheiten muss sinnvoll zu Bewegungen und einer Koordination werden. Auch mit Partnern oder einem Team (bei Formationen). Wer nun meint, eine Vielzahl von Grundregeln würde helfen, der sollte sich die Grundregeln der Lernpsychologie aneignen.

Was die Welt nicht braucht, ist eine Masse unverbundener oder gar unzusammenhängender „Infos“.

Klare Strukturen, übersichtliche Organisation und regelmäßige Wiederholung führen zum Erfolg. Weniger ist mehr!

 

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