Schleier der Angst: Was andere über Tanzsport-Verbände denken

„Wie lange wollen sich Tänzer diese Verbände noch gefallen lassen?“

Direktlink-Danceforyou-Magazin

Direktlink: Danceforyou-Magazin / Screenshot

(…) „Was soll nun in Zeiten machtgeiler und wild gewordener Funktionäre aus dem werden? Anlass genug, sich einmal umzuhören. Jeder Tänzer, den man befragt, hält das, was stattfindet, nicht für richtig. Je nach Temperamentslage gibt es ein schicksalsergebenes Achselzucken (,,was kann man da schon machen“) oder verbale Wut. Doch über allem liegt ein Schleier von Angst. “Ich sag nichts” ist die Devise etwa von Tanzsporttrainern, die weiterhin mit dem Verband leben müssen oder gar dort noch etwas werden wollen. So ist es gar nicht einfach, kompetente und aussagefreudige Gesprächspartner zu finden. Man muss dazu schon ganz an die Spitze gehen, zu den internationalen Top-Professionals, die einfach ob ihrer Leistung von keinem Verband ignoriert werden können. Nur sie können und wollen es sich leisten, eine eigene Stimme zu erheben – sehen sie doch das, was ihnen am meisten am Herzen liegt, in Gefahr: das Tanzen.“

Von Ute Fischbach-Kirchgraber, Autorin des Beitrags „Wie lange wollen sich Tänzer diese Verbände noch gefallen lassen?“ am 29.02.2012 auf danceforyou-magazine.com, aus dem alle nachfolgenden Zitate von promminenten Tänzern stammen

Hans Galke

,,Es geht um Macht. Viele Personen verteidigen Machtpositionen. So fallen sehr eigenwillige Entscheidungen – nicht im Sinne der Tänzer. Das ist enttäuschend. Ich habe den London Ball, da er in England ausgetragen wird, nach den englischen Richtlinien organisiert. Prompt wurde er für die IDSF-Tänzer gesperrt. Und nun bin ich als Wertungsrichter für die IDSF gesperrt. Sehr kurios. Viele ehemalige Top-Tänzer sind übrigens nicht zugelassen.“

Über: „Hans Galke …, der mit seiner Partnerin Bianca Schreiber von 1987 bis 1997 international das Lateintanzen dominierte, und als Professional Lateinweltmeister abtrat. Er lebt in London, arbeitet weltweit, und hat den besagten London Ball mit organisiert, der den sechs australischen Paaren zum Verhängnis wurde.“

Carmen Vincelj

,,Professionals sind denen unangenehm. Sie werden gerne weggeschoben. Aber uns kann man nichts antun, nichts verbieten. Wir haben es alle als Tänzer auch im Ausland geschafft. Wer nur im Land bleibt, also auf ,Artenschutz´ aus ist, tritt auf der Stelle.“

,,Als Tanztrainer sollte man Tänzern Tanzen beibringen. Aber dafür ist kein Platz, das wird nicht bewertet, wie wir bei der German Open beobachten konnten. Das ist wie in der Pop-Kultur. Berühmt sein für 15 Minuten: Qualität und Können sind nicht mehr gefragt. Das Kurzlebige unserer Zeit spiegelt sich in der Tanzwelt.“

Über „(…) Carmen Vincelj und Partner Bryan Watson, die von 1999 bis 2007 jeweils alles gewonnen haben, was es denn zu gewinnen gibt: Blackpool, Europäische- und Welt-Meisterschaft der Lateinprofessionals. Gelegentlich kommen auch sie aus England, um in ihrer deutschen Heimat Workshops abzuhalten.“

(Alle Zitate a.a.O; die Texte wurden zur besseren Lesbarkeit an (…) gekürzt und neu sortiert.)

Kommentieren

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.