Artikel-Schlagworte: „Recht“

WDSF- ID-Cards: Vorsicht vor Kleingedrucktem

Eigentlich sollte die WDSF-ID-Card nur eine Arbeitserleichterung für die Turnierleiter beim Check-in der internationalen Turniere sein. Die neuesten Antrags-Bedingungen sind dagegen ein echter Hammer. Der DTV weist nicht einmal auf die neuen Ausgabe-Bedingungen hin. Diese gibt es nur in englisch und sie führen nun zu einer Übertragung von Bild- und Filmerechten, „Freigabe“ personenbezogener Daten, etc.

WDSF-Forderungen zur ID-Card

Startbuch DTV; Bild: Exner

ID-Card statt Startbuch; Bild: Exner

A. „WDSF Rules, Regulations and Procedures”

  1. Anerkennung der WDSF Regeln
  2. Schiedsgerichtsklausel für Lousanne (CAS)
  3. Unterwerfung unter Disziplinarstrafen des WDSF
  4. Doping Regeln und Zustimmung zur Blutentnahme

B. “Use of Image, Name and Likeness”

  1. Rechtsübertragung an Bildern und Filmen.
  2. Unentgeltlichkeit der Übertragung ohne zeitliche Begrenzung.

C. “Acknowledgment of Risks/Release of Liability”

  1. Gesundheits- und Fitness-Erklärung
  2. Haftungsfreizeichnung der WDSF, Veranwalter, etc. für Gesundheitsschäden.

D. „Dispute Resolution“

  1. Rechtswahl Schweizer Recht (und Wiederholung der Schiedsgerichtsklausel)

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HAS-Antrag: DTV soll WDSF-Mitglied werden und Recht zur Mitwirkung

Schon vor geraumer Zeit habe ich den HAS-Antrag für den Verbandstag des DTV hier dargestellt. Mit in diesem Text die Satzungsänderung in § 3 Abs. 1 , dass der DTV auch Mitglied des WDSF werden soll. Eine inhaltliche Begründung, warum dies erforderlich sei oder was dies in der Satzung bewirken soll, ist mir vom DTV noch nicht aufgefallen. Warum erhalten Vereine und Mitglieder eine solche Begründung nicht? Warum wurden Vereine und Mitglieder auf diesen Punkt bislang nicht ausdrücklich und frühzeitig hingewiesen? Da lohnt sich doch einmal als Denkanstoß ein Vergleich mit einem ganz aktuellen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Mitwirkungsrechten, fundierten Willensbildung, umfassende Information zum frühestmöglichen Zeitpunkt und Grenzen der Informationspflicht.

BVerfG-Rechte-Mitwirkung-Information

BVerfG: Urteil Rechte der Mitwirkung und frühzeitigen Information (Screenshot: BVerfG)

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WDSF: Rechtsschutz bei Sperren im Tanzsport I

Bei dem aktuellen Thema „Sperren von Amateuren im Tanzsport durch den WDSF“ habe ich die Frage untersucht, wie der WDSF Konflikte regeln will und nach seinen Regularien regeln soll. Ein echter Clou ist die Folge, die sich für die Aufgabenstellung des DTV daraus ergibt.

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I. Zunächst enthält Art. 6 WDSF-Statuten die entscheidende Regel für das formelle Vorgehen, d.h. eine Schiedsgerichtsklausel. Diese Klausel ist so ausgeführt, dass das Mitglied des WDSF auf eine Geltendmachung der Rechte vor nationalen Gerichten verzichtet („Waiver-Clause“; siehe unten im Anhang „Dokumentenauszüge). Mitglieder des WDSF sind die nationalen Tanzsportorganisationen also hier der DTV.

Dies Klausel hält der rechtlichen Nachprüfung in Deutschland ist äußerst zweifelhaft: Nach § 1031 ZPO (siehe unten Auszug) sind Schiedsvereinbarungen, an denen ein Verbraucher – dazu gehören wohl alle Amateure im DTV – beteiligt (!) ist eine eigenhändige Urkunde. Daraus ergeben sich mehrere – für den DTV ähnlich schwerwiegende – Konsequenzen:

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Neue DAT-Turnierordnung

Seit dem 1. September 2010 hat das Deutsche Amateur Turnieramt (DAT) eine neue Turnierordnung. („… siehe Anm. in den Kommentaren …“) Die Regelungen des DAT unterscheiden sich erheblich von den Regelungen des Deutschen Tanzsport Verbandes (DTV) oder den wechselnden Regeln der European Tournaments of Dancing Students (ETDS). Was genau das DAT eigentlich für Aufgaben hat, regelt „1.3 Aufgaben des DAT und des Vorstandes“ und „1.4 Ressorts / Beauftragte DAT“ der neuen Turnierordnung:

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