Tanzsport im Interview – Die Deutschen Meister Andreas Hoffmann & Isabel Krüger

Sen. Latein - Hoffmann/Krueger, Foto: RobRonda.com
Andreas Hoffmann & Isabel Krüger, die amtierenden Deutschen Meister im Latein-Tanzsport der Tänzer über 35 Jahre , haben kurz vor der GOC diesem Blog ein E-Mail Interview gegeben. Im Teil II geht es nun um die Finanzierung des Trainings, Vorlieben für Basics und die nächsten Termine und Ziele unserer Deutschen Meister.
Teil I: Was bisher geschah …
Wenn Ihr das Video von Isabel und Andreas oder den ersten Teil des Interviews verpasst habt, dann könnt Ihr das unter [Teil I: Interview mit den Deutschen Meistern Andreas Hoffmann & Isabel Krüger] finden. Hier nochmals einige zentrale Aussagen der Deutschen Meister aus Teil I:
“Wir versuchen schon so viel wie möglich zu trainieren, so ca. 4-5 Mal die Woche jeweils um die 2-3 Stunden. Wir wollen ja nicht nur unseren Stand halten, sondern uns weiter verbessern. (…)
Es gibt so viele Paare, die sich beim Training streiten und dann frustriert nach Hause fahren. Solche Situationen kennen wir eigentlich so gut wie gar nicht. Es geht doch darum gemeinsam besser zu werden und nicht gegeneinander zu arbeiten. Man ist ein Team und zieht an einem Strang. (…)
Wir sind eigentlich von unseren Trainern Dirk Heidemann und Petra Matschullat-Horn dazu “gezwungen” worden zu den Senioren zu wechseln, da wir das nötige Alter dafür erreicht hatten. (…)
Was wir bei den Senioren so sehr schätzen ist der Umgang der Paare untereinander. Man schätzt und respektiert sich und geht fair miteinander um. Das hat uns in der Hauptgruppe zuletzt sehr gefehlt: Das gegenseitige Anfeuern und Unterstützen. (…)
Das grundsätzliche Problem, was ich bei vielen deutschen Paaren international beobachtet habe, ist dass sie sich nicht teuer genug verkaufen. Das fängt mit der Kleidung und dem Styling an und hört bei der Präsentation der Tänze auf. (…)”
Teil II: Tanzsport im Interview – Die Deutschen Meister Andreas Hoffmann & Isabel Krüger
Trainerstunden, Tanzshows, Sponsoren
5. [Frage TT:] Tanzen kostet auch Geld. Was könnt Ihr als erfolgreiches Paar für Tipps geben, hinsichtlich der Förderung, Verdienste durchund der sonstigen Unterstützung?
Beide: Es ist eigentlich sehr schwierig mit dem Tanzen Geld zu verdienen, wir müssen auch arbeiten gehen, um unseren Sport zu finanzieren. Privatstunden, Reisekosten, Kleidung, das alles muss bezahlt werden. Wir haben das große Glück, dass Helga Villich vom Tanzbazar in Bergheim mir die Kleider zur Verfügung stellt, hierfür möchten wir uns an dieser Stelle einmal ganz herzlich bedanken.
Auch bei DSI (Dancesport International) möchten wir uns bedanken, da sie uns seit diesem Jahr ebenfalls unterstützen.
Ich leite bei uns im Verein noch die Kinder- und Jugend-BSW-Gruppen, aber mehr aus Spaß Kindern und Jugendlichen unseren tollen Sport näher zu bringen. Reich werde ich dadurch nicht.
Ab und zu haben wir auch mal eine Show, aber auch die sind rar gesät, da auch die Veranstalter sparen müssen.
Wir haben uns auf jeden Fall sehr gefreut, dass der DTV uns die Teilnahme am DTV-Camp ermöglicht und uns auch zum nächsten Bundeskader eingeladen hat.
Wir haben festgestellt, dass die meisten Paare das Gruppentraining in den seltensten Fällen richtig nachtrainieren. Ihnen scheint nicht bewusst zu sein, dass sie dort viele wertvolle Informationen erhalten, die sie nur noch in ihr eigenes Tanzen umsetzen brauchen. Auch Privatstunden werden oft nicht richtig nachtrainiert. Oliver Wessel-Therhorn hat beispielsweise früher erst die nächste Privatstunde bei einem Top-Trainer genommen, als er der Meinung war die erhaltenen Informationen richtig umgesetzt zu haben. Das haben wir uns auch sehr zu Herzen genommen, denn Masse ist nicht immer gleich Klasse.
Vorlieben: Keine Tänze oder Posen … sondern Basics
6. [Frage TT:] Was sind Eure Lieblingstänze (und wieso) und Posen?
Isabel: Ich tanze eigentlich alle Tänze gerne. Lieblingsposen habe ich überhaupt gar keine, weil für mich das Tanzen eben nicht aus Posen besteht, sondern aus Bewegung! Viele Paare versuchen eine Pose an die andere zu reihen, möglichst viel Tricks und Gimmicks in ihren Choreographien unterzubringen und dabei geht das Wichtige und vor allem Bewertbare, nämlich das Tanzen selber total unter. Ganz schlimm finde ich das in der B-Klasse. Der Figurenkatalog fällt weg und die Paare dürfen alles tanzen und sind mit ihren Choreographien hoffnungslos überfordert.
Andreas: Einen Lieblingstanz habe ich so gesehen auch nicht. Jeder Tanz hat seinen speziellen Charakter. Lieblingsposen habe ich ebenfalls nicht. Interessanter ist es doch gleiche Figuren unterschiedlich darstellen zu können, z.B. einen einfachen Fan – Hockeystick.
Termine und Ziel
7. [Frage TT:] Was habt Ihr für Zukunftspläne und die nächsten großen Termine?
Beide: Als nächstes steht die GOC an, danach ist Urlaub angesagt und im direkten Anschluss Bundeskader. Geplant sind dann noch einige Weltranglistenturniere u. a. in Spanien und Österreich. Wir werden versuchen unseren Landesmeistertitel der Hauptgruppe II S-Latein zu verteidigen und den Deutschlandpokal nach Köln zu holen. Im Dezember ist dann das für uns wichtigste Ereignis in diesem Jahr: die WM in Salou (bei Barcelona). Über mehr haben wir uns eigentlich noch keine Gedanken gemacht. Blackpool würden wir eigentlich einmal gerne gewinnen, das wäre noch ein großes Ziel.
Allerdings versuchen wir immer auf den Turnieren gutes Tanzen zu zeigen. Wir sind lieber zweiter und mit unserem Tanzen zufrieden, als das Turnier gewonnen und nicht gut getanzt zu haben.
[TT] Ich bedanke mich ganz herzlich für das interview, und das Ihr der heißen Phase vor dem Wettkampf noch so umfangreich geantwortet habt. Für Eure Zeile ganz viel Erfolg. Und für die GOC drücken Euch alle die Daumen!
Stand der Antworten: 02.08.2010
Links zum Artikel
- Bild mit freundlicheer Genehmigung von RobRonda.com
- Homepage – Isabel Krüger
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