WDSF: Tanzsport-Sperre auch in Deutschland

Als eins (von zwei) deutschen Paaren haben mein Tanzpartner und ich den Disney-Cup und die Weltmeisterschaft im Dezember 2011 in Paris getanzt. Wir hatten uns Anfang November in Paris angemeldet und Herrn Eichert hierüber per E-Mail in Kenntnis gesetzt. Vom hörten wir hierzu nichts, wie etwa „ihr dürft dort nicht tanzen“.

YouTube-: 2011 WDC AL World Championship Senior O35 Ballroom -3rd Round to Final

Hochgeladen von wdcgc am 20.12.2011

  • 2011 WDC AL World Championship Senior O35 Ballroom -3rd Round to Final
  • Disney Resort, Paris (Monday 4th December 2011)

Am 15.12.2011 (nachdem wir wieder in Deutschland waren) stellte man uns durch den DTV einen Brief aus Spanien von der – unterzeichnet von Shawn Tay – zu. Das Schreiben informierte uns, dass wir gegen einen Code verstoßen haben sollten und man gewährte uns eine Anhörungsfrist bis zum 23.12.2012. (Das Schreiben liegt der Redaktion vor. Es wurde außerdem Anfang des Jahres 2012 in der facebook-Gruppe „Freedom to dance“ veröffentlicht.) Wir waren über dieses Schreiben maßlos überrascht. Man räumte uns nur eine Woche ein, um zu reagieren. Wir wussten damals nicht so schnell, an wen wir uns wenden können, erlebten aber, dass es nicht der DTV ist, der uns half.

Denn am 19.12.2011 stellte uns der DTV, Unterabteilung „Sportgericht“, ein „Verfahrensschreiben“ zu und beschuldigte uns, unser Turnier in Paris nicht gemeldet zu haben. (Auch dieses Schreiben liegt der Redaktion vor.)

Auf das Schreiben aus Spanien konnten wir nicht termingerecht reagieren, da uns bereits am 23.12.2012 ein Brief per normaler Post (nicht E-Mail) aus Spanien zugestellt wurde, der uns informierte, wir seien für 6 Monate für WDSF-Turniere gesperrt. Nun ja, für ein SEN I A-Paar gibt es wirklich Schlimmeres. Was uns aber misstrauisch gemacht hat: unsere Erklärung hätten wir bis zum 23.12. abgeben können. Aber bereits am 23.12. (ich weiß das deshalb noch so genau, weil es ein Tag vor Heiligabend war!) lag uns der Brief aus Spanien vor, datiert auf den 23.12. Diese Vorgehensweise hat uns den Verbänden gegenüber misstrauisch gemacht.

Gegen den Sachverhalt, der uns mit Schreiben vom 19.12. vom DTV „Sportgericht“ vorgeworfen wurde, haben wir dann schriftlich (mit unserem Anwalt) protestiert und der vorgenannten Unterabteilung zur Kenntnis gebracht.

Am 24.01.2012 erhielten wir wieder Post vom DTV direkt, diesmal also nicht von einer „Unterabteilung“. Sie informierte uns, dass das „Verfahren“ gegen uns eingestellt sei und schloss den Brief mit folgendem Absatz ab: „Sie werden hierdurch eindringlich ersucht, sich in Zukunft streng an die geltenden Regeln des DTV zu halten, damit Sie nicht wieder in den Verdacht geraten, diese nicht oder unkorrekt beachtet zu haben.“ (Auch dieses Schreiben liegt der Redaktion vor.)

Wir fragten uns daraufhin, was wir falsch gemacht hätten. Wir hatten ein Turnier im Ausland gemeldet (wie sonst auch). Wir sind weiter nicht angeschrieben worden (wie sonst auch). Es lag offensichtlich ein Fehler beim DTV vor. Bei uns ist der DTV dadurch in den Verdacht geraten, dass er sich für seine Mitglieder nicht interessiert.

Ganz andere Unterstützung erhielten wir auf internationaler Ebene. Nach Veröffentlichung der Geschichte in der Gruppe „Freedom to dance“ von Richard Gleave erhielten wir auf einmal Unterstützung und Zuspruch aus der ganzen Welt. Wir hätten uns gerne im DTV so aufgehoben gefühlt, aber das scheint – meiner Erfahrung nach – nicht zum Programm des DTV zu gehören.

Daher kann ich nur jedem raten, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat, sich damit sofort an die Öffentlichkeit zu wenden. Die Unterstützung von Tänzern, Trainern und Tanzlegenden ist groß.

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ (Mahatma Gandhi)

– von DS, der Redaktion mitgeteilt am 30.05.2012 –

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